Archiv für den Monat: April 2015

Teilschließung einer Kita trotz hervorragender päd. Arbeit und hoher Anmeldezahlen

Offener Brief im Namen der Elternschaft gegen die Schließung einer Gruppe in der Katholischen Kita St.Theresia, Holzstr.12, in 44869 Bochum

 

 

Ist eine Statistik wichtiger als erzieherische Wertarbeit zugunsten glücklicher Kinder?

 

Teilschließung der KiTa St. Theresia durch den  Zweckverband Kath. Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen

 

Die Elternschaft der kath. KiTa St. Theresia wurde am 11.03.2015 während eines Elternabends darüber informiert, dass die KiTa bis 2017 nach dem Willen des Zweckverbandes um eine Gruppe (ca. 25 Kinder) verkleinert werden soll. Gründe hierfür seien ein fehlender, permanent zugängiger Bewegungsraum, eine sinkende Geburtenrate in Eppendorf sowie die ansteigende Anzahl von Kirchenaustritten.

 

Wir als Elternschaft können den Entschluss des Zweckverbandes absolut nicht nachvollziehen und möchten mangels anderer Möglichkeiten unser Unverständnis auf diesem Weg deutlich und öffentlich machen.

 

Interessiert es Sie, warum uns die KiTa so begeistert und wir unsere Kinder hier gut aufgehoben wissen?

Das Team der Erzieherinnen arbeitet nach dem Papilio-Konzept. Dementsprechend fördert es unsere Kinder in deren sozialer und emotionaler Kompetenz, damit sie soziale Regeln und gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten für Konflikte erlernen, Gefühlslagen anderer erkennen und damit positiv umzugehen wissen –kurz und gut: starke und eigenverantwortliche Persönlichkeiten werden. Die Kita ist zertifiziert und

die Erzieherinnen sind sehr gut ausgebildet.

 

St. Theresia ist gerade als konfessionelle KiTa wichtig für uns, weil dort die christlichen Werte und Traditionen liebevoll und anschaulich vermittelt werden. Die KiTa ist ein unverzichtbarer Baustein in der täglichen religiösen Erziehung, insbesondere da das Bistum uns durch Sparmaßnahmen immer mehr die Möglichkeit    nimmt, einem christlichen Leben ein Beispiel zu geben. Die Gemeinde St. Theresia und ihre Seelsorger unterstützen das KiTa-Team durch regelmäßige Aktionen. An dieser Stelle vielen Dank dafür! Wir wollen auch weiterhin Begrüßungsgs- oder Verabschiedungsgottesdienste, Ostern, Weihnachten, St. Martin und Allerheiligen feiern und nicht nur ein Laternenfest und Halloween.

 

Bei der Anmeldung unserer Kinder sind wir durch die KiTa geführt worden und haben uns trotz des fehlenden Bewegungsraumes für St. Theresia entschieden. Unsere Kinder benötigen diesen Raum nicht! Sie gehen so oft wie möglich nach draußen und können sich dort auf einem riesigen, abwechslungsreich gestalteten Außengelände austoben. Bei Regenwetter und auch im täglichen Spiel können die Kinder zwei gut ausgestaltete Nebenräume zum Klettern und Toben nutzen; der Flur steht mit Bewegungsmöglichkeiten ebenfalls täglich (nach Schließung der Eingangstür) zur Verfügung. Wöchentlich bieten die Erzieherinnen „Turn-“ und „Trommelstunden“ zur Förderung der Motorik im direkt angrenzenden Pfarrheim an. Was soll also der Quatsch mit dem fehlenden Bewegungsraum?

 

Ein engagierter Förderverein bietet die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Kursen (Entspannung, Englisch lernen, musikalische Früherziehung) und eine flexible Betreuungszeit.

 

Das Wichtigste ist aber das Team der KiTa. Die Erzieherinnen sind immer ansprechbar. Sie begleiten unsere Kinder professionell und liebevoll. Der gute Ruf der KiTa und die hohen Anmeldezahlen, auch weit über die Tore Bochum Weitmars hinaus, sprechen für das Team und ihr Konzept!!

 

Warum also der Rückbau der KiTa?

 

Für uns sprechen schon die zahlreichen Anmeldungen, also die Wünsche der Eltern, gegen eine Schließung. Warum macht Qualität und Elternwille keinen Eindruck auf den Zweckverband? Warum setzt man nicht eine weniger beliebte und deshalb wohl weniger qualitativ gute KiTa kleiner?

 

Warum ist nur die Geburtenrate wichtig? In Eppendorf entstehen zwei neue Wohngebiete, in die neue Familien mit Kindern einziehen werden. Eins davon unmittelbar hinter der Kita. Die beiden vorhandenen evangelischen KiTas haben expandiert… Das Einzugsgebiet der Gemeinde St.Theresia hat sich durch die letzten Schließungen von Gemeinden und KiTas bis hin zur „Engelsburg“ vergrößert.  Wenn man sich in Eppendorf umhört, treffen wir Eltern an, die gerade wegen dieser guten Infrastruktur nach Eppendorf gezogen sind- und nun wurden hier bereits zwei Schulen zusammengelegt und demnächst fahren diese Eltern ihre kleinen Kindergartenkinder auch noch durch die halbe Stadt um einen Kitaplatz (vor allem einen katholischen) zu bekommen???

 

 

Und noch etwas….Ein späterer Anbau zur U 3-Betreuung ist angeblich finanzierbar –werden diese Kinder nicht auch einmal drei Jahre alt? Was geschieht mit den Familien, die ihre Kinder erst mit drei Jahren in die KiTa bringen wollen –sollen die weite Wege in Kauf nehmen? Ein Anbau eines „Bewegungsraums“ ist gerade nicht finanzierbar….uns kommt das alles merkwürdig vor…

 

Warum wurden wir erst informiert nachdem Fakten geschaffen und für 2015/2016 weniger Kinder in die KiTa aufgenommen wurden?

Für uns drängt sich der Eindruck auf, dass die KiTa St. Theresia (sowie die Gemeinde) ein Opfer der Spar-und Schließwut des Bistums Essen werden soll und die Reduzierung der KiTa-Plätze lediglich der Anfang vom Ende darstellt. Wir hoffen, dass der Elternwille auf diesem Weg doch noch etwas bewirkt. Wir zahlen Steuern und Kirchensteuern und möchten nicht wie unmündige Bürger und Christen behandelt werden.

 

Zum Schluss möchten wir uns bei dem Team der Erzieherinnen für die geleistete Arbeit bedanken. Wir wissen es zu schätzen, dass Sie sich, in der für Sie so ungewissen beruflichen Situation, weiterhin vorbehaltlos, engagieren und mit hohem persönlichen Einsatz für unsere Kinder da sind und hoffentlich eine Zukunft im Team St.Theresia haben!! Vielen herzlichen Dank!

 

Diesen Brief veröffentliche ich als Vorsitzende des Elternrats. Ich habe ihn gemeinsam mit Eltern der Kita geschrieben . Zu diesem Brief gibt es eine vierseitige Unterschriftenliste, die ich hier leider nicht anhängen kann.