Die Zeit und das Zimmer

Am Anfang: zwei Männer in einem Zimmer. Dann die ganze Welt in einem Raum: Marie Steuber kommt mit ihrem Gepäck. Der Mann im Wintermantel trägt die Schlaffrau auf seinen Armen. Die Ungeduldige versucht, mit allen ins Gespräch zu kommen. Ein Mann sucht seine Uhr, die er erst gestern hier bei einem Fest verloren hat, an das sich aber niemand mehr erinnern kann.
Im Zentrum steht Marie Steuber, die den dramatischen Ablauf in Bewegung hält. Sie begegnet uns in einer Abfolge wechselvoller Ereignisse. Die Identität dieser beeindruckenden Frau wird zunehmend rätselhaft, in dem Maße, in dem sie den Männern, die ihr begegnen, klar und auf ganz selbstverständliche Weise gegenübertritt. Konventionen und Verabredungen eines gesellschaftlichen Umgangs werden von ihr unterlaufen, sie erfüllt die an sie gestellten Erwartungen nicht, nimmt sich, was sie will: den Mann, die Zeit und das Zimmer.

„Die Zeit und das Zimmer“ in der Inszenierung von Dieter Giesing ist heute Abend in den Kammerspielen zu sehen. Beginn ist um 19:30 Uhr.